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Bericht: Chucho Valdés live am 22.04.2013 im Gasteig München

Chucho Valdés live im Gasteig München

Die kubanische Musikertalentschmiede hat über Jahrzehnte immer wieder für kontinuierlichen Nachschub an Qualität und Innovation an vielen Fronten geführt. Wenn es darum geht, einen zu benennen, der schon über einen langen Zeitraum herausragt, wird man sicher nicht an Chucho Valdés vorbeikommen. Ihn kann man vielleicht sogar als eine Art „Godfather“ der kubanischen Musikszene bezeichnen, von dem viele gelernt haben. Wer ist im Laufe der Jahre nicht alles durch seine frühere, lang existierende Band Irakere gelaufen und konnte sie als Sprungbrett für die weitere Entwicklung nutzen.  Chucho Valdés hat vieles gespielt, ausprobiert und kubanische Klänge in vielerlei Hinsicht mit anderen geschickt kombiniert. Meist gruppiert man ihn unter Latinjazz ein, was aber nur einem Ausschnitt seiner Bandbreite gerecht wird.

Mit seiner aktuellen Formation Afro-Cuban Messengers stattete er uns an diesem Abend im Carl-Orff Saal der Philharmonie einen Besuch ab. Angekündigt als insgesamt achtköpfige Gruppe war der Tenorsaxophonist Carlos Hernandez nicht mit dabei. Vermutlich hätte seine Anwesenheit den Abend noch etwas bereichert. Jedoch waren die restlichen Musiker von hervorragender Qualität und kompensierten das leicht, was letztlich für den nicht anders zu erwarten war, der Valdés‘ Anforderungen kennt.

Schon bald nach Beginn zeigte Valdés, dass er niemand mehr etwas beweisen muss. Entspannt aber mit Konzentration mischte er gekonnt kubanische Claverhythmen, vor allem Rumba, mit allem, was da noch denkbar ist. Da jazzte es immer wieder richtig und auch klassische Anklänge wurden eingesprengselt, so dass man es oft kaum merkte. Variationen und Tempiwechsel gingen geschmeidig ineinander über. Wie häufig bei Valdés, bekamen auch die Klänge der Yoruba ihren Platz, mit Gesang und Bata-Trommel gekonnt vorgetragen von Dreiser Bombalé. Valdés selbst hatte keinerlei Ansprüche sich in den Vordergrund zu spielen. Er ließ seiner Truppe viel Raum, was diese auch gekonnt nutzte. Es war kaum überraschend, dass sich dabei besonders das dreiköpfige Percussionteam hervortat. Fast ein bisschen kurz kam Mayra Valdés, die Schwester von Chucho, der nur Platz für kurze Gesangsintermezzi eingeräumt wurde. Gerne hätte man noch die eine oder andere Einlage mehr von ihr gehört und gesehen. Zu erwähnen bleibt noch, dass das Gastspiel  gut und gerne mindestens die Kapazität der Philharmonie verdient gehabt hätte.  Letztlich war es klug, das Konzert in den fast gefüllten Carl-Orff Saal zu verlegen. Die, die gekommen waren, haben es jedenfalls genossen.   

Stephan Deisler für www.Latino-Groove.de

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