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Skyline sagt Servus…

Es war April 1992, ein guter Freund sagte mir, dass in München ein neuer Club eröffnet, etwas ganz Besonderes und Exklusives… und sie suchten Personal. Nach langem Warten gemeinsam mit allen möglichen, bis heute bekannten "Größen des Nachtlebens" und einem kurzen Interview wurde ich aufgenommen.
Von der Bardame über die Event-Organisatorin habe ich es bis zur Geschäftsführerin geschafft.

Es sind jetzt also fast 20 Jahre vergangen und dieser wunderbare Club wurde mein Zuhause. Oft habe ich dort tatsächlich mehr Zeit verbracht als in meiner Wohnung. Ich kenne jede Ecke, ich habe so Vieles gesehen, vorbereitet, erlebt…. diese Geschichten würden allerdings diesen Rahmen bei Weitem sprengen.

Am Anfang war Skyline nicht nur ein Club, sondern, zumindest tagsüber, auch ein Cafe-Restaurant. Nachts war es sehr exklusiv und – wie immer bei neuen Clubs in München – wollten alle rein. Es war sehr schwierig an unserem ersten Türsteher Jürgen Mair [heute Inhaber des Clubs Paradiso] vorbei zu kommen und die, die es schafften, durften den einmaligen und wunderschönsten Blick über die Dächer Münchens genießen.

Zumindest die ersten beiden Jahre war das Skyline sicherlich DER Top-Club in München. Ich widerspreche hier etwas dem ansonsten guten Bericht von Thomas Oswald in der TZ: Skyline war damals nicht nur die Nummer 1 weil es neu war, sondern weil es abwechslungsreicher, facettenreicher und innovativer war, als jede andere Location in München.

Hier wurden die wildesten Partys gefeiert; unzählige auch weltbekannte Künstler und Stars waren nicht nur einmal unsere Gäste…

Snoop Dogg (hat sich totgelacht als ich ihn bei seinem 2. Besuch mit „Servus Huggy Bear“ begrüßte), die Black Eyed Peas, Jay Z, Ace of Base, Carmen Electra, die Commodores, David Bisbal, Steven Segal, Charles Barkley mit den Harlem Globetrotters um nur einige zu nennen… Usher wollte gegen eine mehr als saftige Gage ein exklusives Geburtstagsständchen für Hans Schwögler (Skyline-Inhaber vom ersten Tag an) singen, was dieser allerdings dankend ablehnte.

Ein paar Jahre später entschied Herr Schwögler, sich nicht mehr nur von der so genannten (aber mit vielen Möchtegerns gespickten) "Szene" und deren Launen abhängig zu machen. So wechselte er sein Konzept und machte aus seinem exklusiven Club eine etwas kommerziellere Disco. Es kamen andere Türsteher, andere Djs, andere Musik-Richtungen, anderes Publikum und teilweise auch anderes Personal.

1998 war Skyline der erste Club in München, der der Latino-Szene wirklich eine neue und großartige Heimat geboten hat. Bis dahin fanden die Latino-Partys in kleineren Restaurants oder Mensas und Hallen statt. Mein neues Konzept „Domingo Latino“ hat Gottseidank sofort eingeschlagen und es entstand die über ein Jahrzehnt angesagteste Latino-Party Münchens – und das an einem Sonntag! Stammgäste war hier auch die „Latino-Fraktion“ des FC Bayern.

Kurz darauf folgte der "Havana-Room" am Donnerstag, der sich fast ebenso erfolgreich gestaltete und über 6 Jahre hielt.

2001 kam „Brasil“. Es war Joao A. Ferreira, genannt Tiquinho, der mich angesprochen hatte und mit mir gemeinsam der Initiator einer neuen Reihe von Veranstaltungen war, die bis heute unter dem Namen "bahia club" (jeden ersten Montag im Monat) immer noch die angesagteste Brasil-Party Münchens ist.

Nach der WM 2006 wollte ich ein Baby und habe "aufgehört"… na ja, eigentlich nicht ganz, da ich seitdem immer wieder Events dort gemacht habe, z.B. Miss Latina, Mister Latino etc.

Aber vor allem habe ich nie aufgehört, diese wunderschöne Location und sein ganzes Personal = meine Familie zu lieben. Es bleiben mir vor allem fast 20 Jahre voll unzähliger, wertvollster Erinnerungen und das Gefühl, dass auch ich ein Stückchen dazu beigetragen habe, und nun ein Stück "ärmer" werde.

Eure

Loyda Hagen

Link zu den Fotos der "letzten Nacht" im Skyline