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Bericht Soneros de Verdad und Los Dos y Compañeros – 09.09.2012 in der Freiheizhalle München

Scheinbar etwas widersprüchlich sollten an diesem Abend die Amberger Mundartsoneros und die selbsternannten Bewahrer des Buena Vista Erbes aufeinander treffen. In Wirklichkeit war Buena Vista ein Mitinitiator für Los Dos ihre Truppe vor 16 Jahren ins Leben zu rufen und sang Luis Frank als Gast bei einigen der letzten Aufnahmen von Los Dos mit. Insofern war es durchaus nachvollziehbar, die beiden Truppen für diesen Abend zusammenzubringen. Wer sich nun auf einen zeitlich kalkulierbaren Konzertabend mit einer üblichen Vor- und Hauptgruppenkonstellation eingestellt hatte, musste beim fortschreitenden Programm des Abends bemerken, dass Durchhaltevermögen angesagt war. Los Dos wollten sich nämlich nicht nur mit der Rolle eines Anheizers begnügen. Sie waren fast komplett mit einer großen Zwölfmannbesetzung angetreten und ließen es sich nicht nehmen, ein komplettes Zweistundenprogramm zu spielen. Dabei brachten sie gute Laune mit und waren offensichtlich beflügelt ob des Aufeinandertreffens mit den Soneros. Dieser Verlauf war für einen Teil des Publikums durchaus vergnüglich, manch andere waren wohl hauptsächlich wegen Luis Frank und seiner Truppe gekommen. Letztere mussten Geduld aufbringen. Zu einer in Kuba angemessenen Uhrzeit begann dann der als Hauptakt angekündigte Teil mit den Soneros de Verdad.

Die Freiheizhalle war die letzte Station einer sich über mehrere Wochen hingezogenen Tour, in der die Truppe über die Lande gefahren  war. Von der von Luis Frank vorsichtshalber erwähnten leichten Müdigkeit war dann aber nichts zu spüren. Vielmehr zeigte die jetzt durch Mayito Rivera namhaft verstärkte Truppe, dass sie Könner ihres Faches sind. Der Zusatz „Second Generation of Buena Vista“ mag als Verkaufsargument für eine bestimmte Zielgruppe dienen, wäre als Qualitätssiegel aber eigentlich nicht nötig. Frank und Rivera ergänzten sich und kooperierten als starke Individualisten. Anders als neulich im Brunnenhof musste Luis Frank die Bühne nicht verlassen, um das Publikum zur Bewegung zu veranlassen. Am Ende hatte die Kondition bei vielen der Gekommenen nicht gereicht, endete das Konzert doch weit nach Mitternacht bei merklich ausgedünnter Saalpräsenz.   

Stephan Deisler für www.Latino-Groove.de

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